TSG Reutlingen

Wettkampforientiertes Gerätturnen

 

Wissenswertes über Turnübungen bzw. Wettkämpfe

Turnübung und Wettkampf

Für alle, die noch nie etwas mit den Turnübungen im Gerätturnen und deren Wertungssystem bei Wettkämpfen zu tun hatten, folgt nun eine schnelle Zusammenfassung in Form eines "Crash-Kurses". Ich bitte gleichzeitig versierte Kenner des Fachs um Nachsicht, wenn dabei Sonderfälle im Hinblick auf eine Vereinfachung der Beschreibung außen vorgelassen werden mussten.

Die Übungen

Pflichübungen in zehn Altersstufen P1 bis P10 bilden die Basis einer zu zeigenden Turnübung etwa bis zum 10. Lebensjahr. Dabei wird zwischen einer Breitensport-orientierten a-Variante und einer Leistungssport-orientierten b-Variante unterschieden und üblicherweise dem Übungsnamen hinten angestellt, Beispielsweise "P1a" oder "P5b". Bei der b-Variante sind Bewegungen fest vorgegeben und müssen genau so geturnt werden. Die a-Variante erlaubt neben den (teilweise vereinfachten) Pflichtelementen mehr Freiheiten in der Ausführung. Je nach Leistungsklasse wird im Training in aller Regel entweder ausschließlich die a- oder ausschließlich die b-Variante eingeübt. Folglich gibt es auch Wettkämpfe, auf denen ausschließlich die a-Übungen oder ausschließlich die b-Übungen verlangt werden. Zusätzlich zu den Pflichtübungen gibt es ab einem gewissen Alter Übungen, die nach bestimmten Regeln selbst zusammengestellt werden können. Diese Übungen laufen unter der Bezeichnung Kür modifiziert der kurz KM. Die Bezeichnung "modifiziert" soll verdeutlichen, dass die Übung nicht gänzlich wahlfrei aufgebaut werden kann, dafür aber auch Erleichterungen mit sich bringt. Bei KM gibt es vier Schwierigkeitsklassen, die von 4 (geringere Anforderungen) bis 1 (hohe Anforderungen) gestaffelt sind. Die Bezeichnungen lauten damit beispielsweise "KM3" oder "KM4". In internationalen Wettkämpfen werden Kürübungen geturnt, die nach den Regeln des FIG (Fédération Internationale de Gymnastique) auf Basis des CdP-Regelwerks (Code de Pointage) bewertet werden. Im CdP sind alle erlaubten Elemente, sowie deren Wertigkeiten aufgeführt. Die Elemente der P- und KM-Übungen sind diesem CdP angelehnt.

Wettkämpfe

Bei den Turn-Wettkämpfen gibt es Einzel- und Mannschafts-wettkämpfe. Bei den Mannschaftswettkämpfen treten jeweils vier Turnerinnen als Mannschaft auf. Bei Einzelwettkämpfen turnt jede Turnerin für sich. Die Wettkämpfe werden auf verschiedenen organisatorischen Ebenen ausgerichtet. In jeder dieser Ebenen werden Wettkämpfe ausgeschrieben. Die jeweilige Teilnahme wird in der Regel von der Trainerin empfohlen. Kriterien hierfür sind unter anderem:

  •  Sammeln von Wettkampf-Erfahrungen
  •  Objektiv ermittelter Leistungsstand der Turnerin
  •  Feststellen des eigenen Leistungsstandes in Relation
     zu anderen Turnerinnen/Vereinen
  •  Vermittlung von Erfolgserlebnissen

Schließlich ist wie bei jedem intensiver betriebenem "Hobby" der außerordentlich zeitintensive Einsatz aller Beteiligten, den Trainern, den (ehrenamtlichen) Helfern, den Eltern, Verwandten und Freunden und nicht zuletzt natürlich den Turnerinnen zu bewundern, die solche besonderen Leistungen möglich machen.